Gemeinsam gegen Leerstand – VoglerRegion feierte 3. Abend der Dörfer

August 2026

Unter dem Motto „Leerstand gemeinsam gestalten“ hatte die LEADER-Region Interessierte, Engagierte und lokale Akteur*innen ins Schloss Bevern eingeladen. Als Einblick in die Vielzahl an gestalterischen Möglichkeiten wurden zwei Projekte aus dem Landkreis vorgestellt und darüber hinaus eine Ausstellung mit Projekten aus dem gesamten deutschsprachigen Raum eröffnet. Neben Sebastian Rode, dem Vorsitzenden der Lokalen Aktionsgruppe, begrüßten auch Sabine Tippelt als stellvertretende Landrätin und Ottmar von Holtz, Landesbeauftragter für regionale Landesentwicklung Leine-Weser das interessierte Publikum. Der Abend der Dörfer wurde in diesem Jahr mit dem Treffen der Dorfmoderatorinnen und Dorfmoderatoren aus ganz Südniedersachsen verknüpft und diente neben dem Austausch auch als Einstieg in das Jubiläumsjahr zum 25-jährigen Bestehen der VoglerRegion im Weserbergland als LEADER-Region.

Worin steckt die größte Chance bei der gemeinschaftlichen Reaktivierung von Leerstand? Und was braucht es dazu? Diese Fragen stellte Christine Bossow, Regionalmanagerin der VoglerRegion dem Publikum gleich beim Betreten des Veranstaltungsortes per digitaler Umfrage. Die Ergebnisse deckten sich mit dem, was die Vortragenden berichteten: Es bringt vor allem Gemeinschaft, Zusammenhalt und braucht engagierte Menschen. Aber das alleine reicht natürlich noch lange nicht. Was sonst noch nötig ist, hat Stefan Woelke dargestellt. Er ist Mitbegründer und Vorstandsmitglied der Bürgergenossenschaft Holzminden, die 2020 eine Immobilie in der Innenstadt erworben hat und nun gemeinsam mit anderen Ehrenamtlichen in mittlerweile schon über 1.000 Arbeitsstunden saniert. Mit Hilfe von LEADER-Mitteln wird aktuell der Innenausbau vorangetrieben und das Gebäude im „sozialen Miteinander gemeinsam gestaltet“. Auch aus Vahlbruch durften die interessierten Zuhörer spannende Eindrücke gewinnen. Die kleine Gemeinde zeigte auf, wie sie mit einem „Schandfleck“ im Ort umgegangen ist. Einst angesehenes Wirtshaus, später kurzzeitig Flüchtlingsheim – künftig liebevoll gestalteter Dorfplatz als Ort für Begegnung im Zentrum des Dorfes. Sandra Gnichwitz, Bürgermeisterin in Vahlbruch, stellte gemeinsam mit ihrer Stellvertreterin Ivonne Seebaum das Projekt vor und berichtete von den Herausforderungen für die Gemeinde auf der Ottensteiner Hochebene. Aber sie machte auch deutlich, welche Chancen sich für die Ortschaft aus der selbst gestalteten Dorfentwicklung und den daraus resultierenden Fördermitteln ergeben haben - und nicht zuletzt - wie sehr sich die Dorfgemeinschaft auf den neuen Begegnungsort freut.

Solche Orte der Begegnung sind nicht nur ein nettes Extra, sie sind wichtig für eine lebendige Demokratie. Diesen größeren Bogen spannte Manuel Slupina von der Wüstenrot Stiftung. Im Themengebiet „Stadt und Land“ sucht die Stiftung nach Wegen, wie sich das Gemeinwesen den vielfältigen Herausforderungen der Zukunft stellen kann. Durch Wettbewerbe will sie das Engagement vor Ort würdigen und gute Beispiele bekannt machen. Wie groß dieses Engagement ist, zeigte sich anhand der letzten Ausschreibung der Stiftung, die unter der Überschrift „Mehr Orte für Viele“ lief: 811 Projekten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz wurden eingesendet, eine Rekordzahl. Die daraus ausgewählten, prämierten und zu einer Ausstellung aufbereiteten Projekte reichen von der Umnutzung eines Hallenbads in ein Kulturzentrum über den Umbau von stillgelegten Bahnhöfen zur Begegnungsstätte bis hin zu einem Backhaus für gemeinschaftliches Backen, das aus einem ehemaligen Feuerwehr-Turm entstand.

Verantwortung vor Ort übernehmen und gemeinsam gestalten, das sind nicht nur Kennzeichen der prämierten Projekte, das sind auch Grundmerkmale von LEADER. Seit 25 Jahren besteht die „VoglerRegion im Weserbergland“, mit dem Abend der Dörfer startete ihr Jubiläumsjahr. Die Grußworte von Sabine Tippelt als stellvertretende Landrätin und Ottmar von Holtz, Landesbeauftragter für regionale Landesentwicklung Leine-Weser trugen zu einem feierlichen Rahmen bei. Beide schlugen einen Bogen von den vielfältigen Erfolgen von einem Vierteljahrhundert als LEADER-Region zu den ungewissen Aussichten mit Blick auf die künftige Ausgestaltung der Förderung. „LEADER braucht auch nach 2027 eine starke Zukunft – mit ausreichend Mitteln, praktikablen Regeln und Entscheidungsspielraum vor Ort“, stellte Sabine Tippelt fest, und Ottmar von Holtz resümierte: „Die vergangenen 25 Jahre in der VoglerRegion zeigen, wie viel möglich ist, wenn Bürgerinnen und Bürger Verantwortung übernehmen und gemeinsam neue Ideen für Leerstand in ihren Dörfern entwickeln. Damit das auch künftig gelingt, setze ich mich für ausreichende Gestaltungsspielräume und Fördermöglichkeiten ein.“

Foto: Regionalmanagement

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