Vielfalt statt Monotonie

LEADER-Region diskutiert über biologische Vielfalt

Wie können wir kommunale Grünflächen pflegen und gestalten, um artenreiche Lebensräume zu schaffen und somit einen Beitrag zur biologischen Vielfalt leisten?

Zu dieser Frage veranstalteten wir, die LEADER-VoglerRegion im Weserbergland, im Rahmen unseres Themenjahres „Blühende Orte - Lebendige Orte“ in Kooperation mit der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Holzminden einen Workshop. Unter dem Titel „Naturnahe Pflege kommunaler Flächen“ waren alle Bauhöfe, Straßenmeistereien und weiteren Mitarbeiter*innen der kommunalen Grünpflege aus der Region eingeladen, Probleme zu benennen und Lösungsansätze zu diskutieren.

„In den letzten 30 Jahren ist die Menge der Insekten um 50 bis 80 Prozent und mehr zurückgegangen“, berichtet Karsten Dörfer, freier Biologe und ehrenamtlicher Kreisnaturschutzbeauftragter, im Rahmen seines Vortrags den Teilnehmenden. „Eine erhebliche Mitschuld hat die Eintönigkeit großer Teile unserer Landschaft, die dazu beiträgt, dass Arten aussterben und somit Nahrungspyramiden bedroht sind“, macht er weiter deutlich. Karsten Dörfer und die beiden weiteren Referenten*innen Michael Buschmann und Stefanie Beyer (beide Untere Naturschutzbehörde) sehen große Chancen bei der Unterhaltung von Straßen- und Wegrändern sowie öffentlichen Grünflächen, um die Situation zu verbessern und vielen Arten zu helfen. Welche rechtlichen Vorgaben bezüglich des Artenschutzes bei der Grünpflege beachtet werden müssen, erläuterte Stefanie Beyer.

Michael Buschmann, Leiter der Unteren Naturschutzbehörde, zeigte schließlich in seinem Vortrag ganz praktisch auf, welche Maßnahmen die Mitarbeiter*innen der kommunalen Grünpflege in ihrer täglichen Arbeit ergreifen können: bereits mit einer räumlich und zeitlich versetzten Flächenbearbeitung und dem Zulassen von ein bisschen „Unordnung“ kann bereits vielen Arten geholfen werden. „Diesen Tipp kann auch jede*r privater Gartenbesitzer*in bei sich zuhause beachten“, fügt Buschmann noch mit einem Zwinkern hinzu.

Gründe für den bisherigen Zustand und Möglichkeiten zur Verbesserung im öffentlichen Bereich erarbeiteten die Teilnehmenden im Anschluss. Mehr fachliche Unterstützung, gezielte Schulungen und das Anlegen bzw. Pflegen von Modellflächen werden als Lösungsansätze herausgearbeitet. Aber auch die Einbindung der Bevölkerung beispielsweise im Rahmen von Pflanzaktionen wird als ein möglicher Ansatz gesehen, um das allgemeine Naturverständnis bei Bürger*innen zu stärken. Wir werden die Ergebnisse an die Bürgermeister*innen weitergeben.

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